Über uns sollte man sprechen

Jan Harm, Center Manager der Centrum Galerie Dresden zu Plänen und Wünschen

Der Frühling ist da! Das merkt der Besucher in jeder Ecke der Centrum Galerie an der Prager Straße. 120 Geschäfte und Restaurants, verteilt auf drei Etagen, empfangen die Besucher mit tollen Angeboten, iddeenreich und farbenfroh präsentiert. Damit das Einkaufen zum Vergnügen wird, sind die Einzelhändler und das Centermanagement sehr kreativ. Schließlich soll sich die Einzigartigkeit des Shopping-Tempels bei Einheimischen und Touristen noch stärker herumsprechen. Dafür engagiert sich seit Oktober 2010 Centermanager Jan Harm, wagt Neues und bringt damit frischen (Frühlings-)Wind in die Mall. Mit dem TOP-Magazin Dresden/Ostsachsen sprach er über Vorhaben und darüber, weshalb er sich in Dresden schon richtig zuhause fühlt.

Ein gutes halbes Jahr leiten Sie jetzt die Centrum Galerie. Fiel Ihnen die Einarbeitung schwer?

Nein, denn ich habe vorher bereits Einkaufszentren bei der Metro Group gemanagt, wie z.B. den Saarbasar in Saarbrücken. Außerdem habe ich festgestellt, dass sich die Pfälzer und die Dresdner Mentalität ähneln, was Lebensfreude, Gemütlichkeit und Offenheit angeht. Zwar kannte ich die Stadt vorher nur aus der Touristenperspektive, doch meiner Frau und mir war klar, dass wir hier rasch heimisch werden können. Und dann begeisterte mich als Diplomingenieur für Raumplanung und Regionalentwicklung natürlich die moderne Architektur der Centrum Galerie mit ihren offenen, hohen Räumen, den barocken Wandornamenten und der tollen Akustik. Das Wichtigste aber sind die Geschäftsleute im Haus, die erfolgreich sein wollen und mit großem Engagement arbeiten.

Worin sehen Sie die Stärken der Centrum Galerie?

Da ist einmal ihre 1A-Lage an der Einkaufsmeile Prager Straße zu nennen - an ihr führt kein Weg vorbei. Zum anderen ist es der Branchenmix, der sie von anderen unterscheidet. Nicht wenige Marken findet der Käufer eben nur hier. Ich denke da beispielsweise an das holländische Modelabel The Sting oder Next aus England. Auch ein Starbucks ist neu für Dresden. Darüber hinaus gehört es zur Philosophie von Cório, neben großen Ankermietern (z.B. Mediamarkt) auch regionale Anbieter in die Shopping-Center aufzunehmen. Streetpoint, Schrittmacher und die KeXerei- Die Keksmanufaktur möchte ich da als Beispiele nennen.

Was muss sich Ihrer Meinung nach ändern, damit die Centrum Galerie auch außerhalb der Ferienzeit sowie freitags und samstags ein Anziehungspunkt für Kauflustige wird?

Es wäre wohl unrealistisch zu glauben, dass zu jeder Stunde der Ladenöffnungszeit das Geschäft brummen muss. Im Einzelhandel wechseln immer umsatzstarke Tage mit schwächeren ab. Ich meine aber schon, dass die Attraktivität der Centrum Galerie für den Kunden noch erhöht werden kann. Mir fehlt so etwas wie der "rote Faden", die Orientierung ist für den Besucher mitunter zu kompliziert. Um mehr Kundenfreundlichkeit zu erreichen, sind da Verbesserungen notwendig. Es wird auch darüber nachzudenken sein, ob man den einen oder anderen Geschäftsstandort innerhalb der Galerie vielleicht verlagern sollte. Möglicherweise machen sich auch bauliche Änderungen erforderlich, ich finde beispielsweise die Rolltreppen nicht optimal. Mein Ziel ist es in jedem Fall, mehr Leben in die Centrum Galerie zu bringen, auch dann, wenn die Geschäfte bereits geschlossen sind.

Was planen Sie in dieser Hinsicht?

Bis zum 28. Mai wird immer samstags zwischen 15 und 19 Uhr Live-Musik erklingen. Dabei sin du.a. "alte Entdeckungen, wie Caminho, Tequila Monsters, 2Hot, Voice it oder Joe´s Country. Wie großartig die Akustik ist, war kürzlich zu hören, als ein Flashmob sich in der Mall traf und ein vielstimmiger Chor ein Lied schmetterte. Passend zum Frühling wird es im April auch die eine oder andere Modenschau geben, garniert mit Überraschungen. Dass das Haus geeignet ist, mehr zu sein als ein Einkaufszentrum, zeigte sich ja im November bei der Unity Night. Außerdem möchten wir auf dem Dach einen besonderen "Spielplatz" einrichten - eine Sandschicht aufbringen, um Beachvolleyball zu ermöglichen, eine gemütliche Lounge unter freiem Himmel zu etablieren oder einen spannenden Audio-Criminal-Walk auf dem Dach enden zu lassen. Momentan ist aber noch nicht klar, ob Statiker dazu ihr Okay geben können.

Mit der Erweiterung der Altmarktgalerie ist die Konkurrenz für Sie ja noch größer geworden. Wie sehen Sie das?

Die Centrum Galerie ist keine Insel sondern Bestandteil der Innenstadt, die noch attraktiver werden sollte für die Dresdner und die Touristen, sind wir uns im Citymanagement einig. In anderen Städten ist die Konkurrenz zweifelhaft noch größer. Das kann eigentlich nur zur Folge haben, dass man sich noch mehr anstrengen muss mit Angeboten, die über das Normale hinausgehen. Über uns soll man sprechen - und das in positiver Weise. Aus diesem Grund engagieren wir uns auch in Projekten, die für die Dresdner wichtig sind.

Ein Beispiel gefällig?

Dem Verein Dresdner Tafel e.V. übergab ich einen Scheck über 2500 Euro. Diese stammen aus dem Verkauf von Ministollen und Frauenkirchen-Keksen zugunsten des Lindenhauses, das bedürftigen Jugendlichen offensteht.

Interview: Regine Hauswald